Ich warne schon mal kurz vor, denn da ich lange nicht mehr geschrieben habe und viel passiert ist, wird dieser Bericht wohl etwas mehr kostbare Zeit in Anspruch nehmen. Ich hoffe trotzdem einige von euch schaffen es bis zum Ende. Tut mir Leid, dass es so lang geworden ist. Leider habe ich es mit dem begrenzten Internet auch nicht geschafft Bilder hochzuladen, doch bis ihr das fertig gelesen habt, schaffe ich es hoffentlich noch ein paar Impressionen anzuhängen. Bis dahin Geduld und viel Spaß :)
Da bin ich also 19 geworden. Fast 20- das macht mir Angst. Wo wir grade beim Thema sind: Ich danke euch allen für die lieben Mails, Nachrichten, die mich auf anderen Wege erreichten und Geschenke. Da man (wahrscheinlich) nur einmal im Leben 36 Stunden Geburtstag hat, wurde natürlich ordentlich gefeiert. Punkt 24 Uhr Neuseeland Zeit hörte man aus dem Whirlpool ein lautes Blobb und dann ein Kling, denn unter der Milchstraße wurde eine Flasche Sekt auf mich getrunken. Nachdem am nächsten Morgen mein Geburtstagsgeschenk von Marie direkt eingeweiht wurde (Luxusartikel Nutella), verzogen sich Marie und Jonas in die Küche, um geheimnisvoll darin herumzuwerkeln. Ich freute mich sehr endlich mal wieder meine Oma, meine liebe Familie und meinen Hannes in verpixelter Form zu sehen. Um 24 Uhr deutscher Zeit (quasi 12 Uhr mittags bei uns) gab es dann die große Überraschung. Die beiden hatten ein leckeres Pfirsich- Pavlova für mich gezaubert. Mjam. Pavlova ist DAS Neuseeland Dessert, bei uns kennt man es eher unter der Bezeichnung Baiser, also im Prinzip Zucker und Eiweiß, das ordentlich zusammengemixt und mit ein paar Pfirsichen verziert wird. Ich ärger mich jetzt noch, dass ich kein Foto gemacht hab. Aber wer wissen will wie das aussieht, dem back ich das, wenn ich wieder da bin (Thanks to Maree for the recipebook, such a great idea!!). Später entspannten wir uns am Strand und danach im Pub bei einer ausreichenden Portion Fish and Chips (Danke Jonas). Später am Abend fuhren wir drei und Chris, der englische Mitcouchsurfer, intus gen Christchurch. Lustig wars. „The Yellow Cross“ hieß die Kneipe des Abends, in der neben Kaffeeschokoladenschwarzbier (trinkt niemals Noah Dark!) getrunken, auch zu ordentlicher Livemusik getanzt wurde. Die Band war eher… naja mittelmäßig, denn wer versucht Muse, The Offspring, The Killers zu covern und nebenbei noch Kesha und Lady Gaga auf Punk macht, hat meiner Meinung nach ziemlich daneben gegriffen. Als endlich alle HighHeels und Minirock tragenden Mädchen die Tanzfläche verließen, hieß es für Marie und mich rauf und den Neuseeländern mal zeigen wie man pogt und ordentlich tanzt! Eine Weile waren wir die einzigen dort, bis weitere lustige betrunkene Menschen zu uns stießen. Irgendwann fanden wir uns tanzend im Kreis mit wildfremden Leuten wieder. Muss auch mal sein.
Maree, Chizel, Connor, Pamela and David if you read this: Thank you so much for your lovely birthday parcel and all the great things in it! We all really enjoyed and still enjoy the good food and the sweets, and the earrings are just great! I’m so happy to know you and I really miss you already… Hope we will meet in Dresden again, maybe and hopefully next year?!
Nach 10 Tagen sesshaft werden, ging es wieder ans Reisen. Tschüss Christchurch, schön wars gewesen, aber wir kommen ja wieder. Viele Orte der Südinsel wollen schließlich noch erkundet werden, vor allem, wenn man bedenkt, dass es nur noch knapp 4 Wochen sind, die ich in Neuseeland verbringe.
Über den atemberaubenden Arthur’s Pass sollte es wieder von Osten nach Westen gehen. Ein Highway wie er schöner nicht sein könnte. Durch hohe Berge, teils noch mit Schnee, Täler und einfach eine geniale Landschaft düsten wir wie immer mit ca. 30 km/h (man muss ja das Auto, welches älter ist als ich ein wenig schonen) zu unserem Schlafplatz. Übrigens stammt auch hierher die Überschrift des Blogs, denn dieser Spruch, der vor den schneebesetzten Bergen zu lesen war, passt wie die Faust aufs Auge. Man steht vor den hohen weißen Bergen und ist einfach nur überwältigt. Die Berge sind wirklich wie Götter!
Als wir auf unserem Campingplatz der Nacht ankamen, standen dort bereits zwei Autos und irgendwie kam mir eins sehr bekannt vor. Hauptsache wir treffen mitten im nirgendwo Manuel und Johannes, Neuseeland ist wirklich zu klein! Die beiden hatte ich bereits zufällig in Te Puke getroffen und Manu kenne ich, wie schon mal erwähnt, aus dem Filmcamp von vor 3 Jahren. Beide wohnen auch in Dresden und waren auch noch mit zwei Mädchen unterwegs, die ebenfalls aus dem Raum Dresden (Liegau und Radeberg) kommen. Natürlich kam auch noch einer der Israelis, den wir auf unserem 4-Tages Walk in Tongariro kennen gelernt hatten, vorbei. Neuseeland ist das Land der Zufälle! Ein weiteres deutsches Pärchen -Etjenne und Susanne aus dem Raum Stuttgart- wollte auch die Nacht dort verbringen und es wurde ein lustiger Abend mit alten und neuen Bekannten, einem Feuer, genügend Lollies (Thanks again Maree) und guter Musik, denn natürlich muss ja jemand eine Gitarre dabeihaben. Grandios.
Am nächsten Tag entschlossen sich alle Deutschen gemeinsam Wandern zu gehen. Wir fuhren zum kleinen Dörfchen Arthur’s Pass, denn von da sollte eine 8 Stunden Wanderung, größtenteils bergauf, starten. Wir begannen sie auch alle gemeinsam, doch schnell merkten Marie, ich und die beiden anderen Dresdner Mädchen, dass wir das nicht packen würden, denn es ging wirklich steil und fast nur kletternd bergauf. Wir kehrten also wieder um, ließen Berge Berge sein und lernten beim Kaffeetrinken eine neue interessante Vogelart kennen. Die Kea- Papageie sind wirklich alles andere als scheu. Sie saßen bei uns mit auf den Tischen, verstreuten Zucker überall und klauten einem Touristen sogar sein Sandwich und aßen es! So etwas Dreistes habe ich noch nie erlebt!
Marie und ich liefen stattdessen einen kleineren fast nur aus Treppen bestehenden Walk zu wunderschönen Wasserfällen: „The Devils Punschbawls Falls“. Mit ihren ca. 130 m und dem Wasser, was quasi vom Winde in alle Richtungen verweht wird, waren sie wirklich schön anzusehen. Jonas, Manu, Johannes, Etjenne und Susanne kamen ganz begeistert von ihrer Wanderung wieder und wir fuhren wieder zu unserem neuen zu Hause zurück. Denn wie eine kleine Familie machten wir wieder Feuer in dem kleinen Holzhaus auf unsrem Campingplatz, aßen gemeinsam, lutschten noch mehr Lollies und redeten mit einem österreichischen Pärchen über Gott und die Welt. Nachdem ich mit meiner neuen im Dunkeln leuchtenden Sternkarte des südlichen Sternhimmels (geil!) ein paar Sternbilder identifizierte, wurde es wieder eine kalte und schlaflose Nacht im Zelt.
Viel zu schnell und zu früh mussten wir uns wieder von allen verabschieden und fuhren nach Hokitika, einer kleinen Stadt an der Westküste. Kleiner Schock: der Wetterbericht sagte 2 Wochen Regen im Westen voraus, wir waren kurz vorm Umdrehen. Aber man kann ja nicht immer Glück haben. Am Strand von Hokitika fanden wir Kunst -ja, Kunst- denn dort findet jährlich ein Wettbewerb statt, wer die schönste Skulptur aus allem vom Meer angeschwemmten Sachen bauen kann (das hätte meiner Mami sicherlich gut gefallen). Überall am Strand standen also schöne, interessante und teilweise beeindruckende Gebilde aus Holz, Blättern und alles was man so finden kann. Als es dunkel wurde, fuhren wir zu einer Glühwürmchenhöhle und wer weiß, wie sehr ich auf jeden leuchtenden Mist stehe (siehe mein Zimmer), kann sich ungefähr vorstellen, wie ich mich dort gefühlt hab. Wie ein kleines Kind im Süßigkeitsladen, freute ich mich über soooo viele leuchtende Punkte überall. So etwas verdammt Schönes habe ich noch nie gesehen!
Da der Regen mittlerweile wirklich übel war, beschlossen wir, dass es kein Sinn mehr hatte das Zelt noch irgendwo aufzubauen und parkten am Highway um unsere erste Nacht zu dritt (!!) im Auto zu verbringen. Jonas und ich vorn unsere Sitze halb zurückgeklappt und Marie hinten auf der Rückbank. Der Wind rüttelte ununterbrochen an unserem Auto und der Regen wollte einfach nicht aufhören. Ich glaube, wir hatten nie eine schlechtere Nacht (bis jetzt!).
Nachdem mein Po wieder einigermaßen aufgewacht war, hörte auch irgendwann der böse Regen auf. Siehe da, es klarte sich sogar auf! Wir fuhren weiter gen Westen zu den berühmtesten Gletschern Neuseelands: der Franz Josef und der Fox Gletscher. Beeindruckende Dinge solche Gletscher. Bis zu 150m konnte man bis zum Franz Josef Glacier ranspazieren und das taten wir natürlich auch. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Eis das wirklich ist! Ich denke auf meinen Fotos wird die Realität nicht gut genug abgebildet, aber ihr habt wenigstens einen kleinen Eindruck. Für viel Geld kann man auf diesen Gletschern sogar wandern, aber nur mit Gruppenführer. Genau bei solchen „Guides“ verbrachten wir die Nacht. Denn unsere Couchsurfinghosts der Nacht waren vier Jungs, etwa in unserem Alter, die in der Nähe von Franz Josef wohnen und ihr Geld im Sommer mit Gletschertouren und im Winter mit Skiunterricht machen. Die vier Jungs sind wirklich schwer in Ordnung und richtig typische Surfer/ Snowboarder/ Biertrinker/ Partyliebhaber wie man sie sich vorstellt, dementsprechend sah auch ihr zu Hause aus.
Auch den Fox Glacier schauten wir uns zuerst aus 50m Entfernung und dann nach einem Walk durch Urwald und Fluss auch von einem hohen Aussichtspunkt an. Dabei wurden fröhlich Pionierlieder und Schlager gesungen. So macht sogar das Wandern Spaß! Marie und ich entschieden uns mal etwas richtig Geldintensives, aber wohl unvergessliches zu buchen. Diesmal sollte es ein Helicopterflug über die beiden Gletscher mit kurzer Landung im Schnee sein.
Leider wurde am nächsten Tag der Flug aufgrund des Wetters auf den nächsten Tag verschoben. Nachdem es wieder innerhalb einer Stunde von Megaregen zu blauen Himmel wechselte, fuhren wir nach Okarito und liefen von da auf einen Berg von welchem man sogar den höchsten Berg des Landes Mt. Cook sehen konnte. Abends hatten wir wieder viel Spaß im Pub beim Guinnesstrinken mit den Gletscherjungs, beim Longboard (längeres Skateboard) fahren und beim Erweitern unserer kulinarischen Geschmacksnerven, denn mit dem 20 jährigen Zac wurde Möhre mit Erdbeereis zu unserem neuen Lieblingsgericht erklärt.
Total fertig von der langen Nacht wachte ich trotzdem recht früh auf und siehe da strahlend blauer Himmel und alle Berge und Gletscher wolkenlos!!! Und los ging auch schon unser Helicopterflug. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht flogen wir über die Gletscher, sahen alle wichtigen hohen Berge, spielten im Schnee und kamen wieder sicher unten an. Ein Wahnsinnserlebnis und einfach sehr beeindruckend! So ein Gletscher sieht aus der Nähe wirklich noch besser aus und das blaue Eis aus welchem er besteht, ist einfach wunderschön anzusehen. Das Geld hatte sich wirklich gelohnt!
Beim Einkaufen lasen wir in der Zeitung von dem Taifun der direkt jetzt über Australien kommt und prompt fing es auch bei uns an zu Schütten wie aus Eimern, muss wohl ein Teil des Taifuns sein, der da über uns ging, denn der Regen hörte bis zum nächsten Morgen nicht auf. So sahen wir leider vom berühmten Lake Matheson (auch Mirrorlake) nicht viel und verpassten auch andere schöne Punkte.
Und jetzt kommt etwas Wichtiges: Fahrt niemals in eurem Leben, wenn ihr in Neuseeland seid nach HAAST! Diese Stadt wird zwar so hoch gevotet wie Grand Canyon und das Great Barrier Reef, mag sein, aber wir hatten Haast schon nach einer Nacht satt. Es wurde nämlich wieder Zeit für zu dritt im Auto schlafen, es sollte erneut ein Fehler sein. Wir hielten an einem Fluss, wo man schon von weitem Sandflies und Mücken sah. Marie meinte noch vorm Einschlafen, dass es wohl schlimmer als die letzte Nacht im Auto nicht mehr möglich ist. Sie sollte bald herausfinden, wie sehr sie daneben lag. Durch die vielen Türöffnungen kamen viele Mücken rein und summten uns die ganze Nacht um die Ohren, wir konnten die Fenster nicht öffnen, eben deswegen, weswegen es stickig, heiß und an den Fenstern feucht wurde. Ein Paradies für Mücken. Vor dem Einschlafen schlug ich noch 8 Viecher tot und war stolz auf mich. Um 4 schliefen wir sogar ein mit einem netten SummSumm im Ohr, bis ich früh um 7 wieder aufwachte an mein Fenster blickte und dort 3 Mücken sah. Total optimistisch schlag ich drauf und es erheben sich ca. 10 Mücken. Ich seh mich um… ich dachte wirklich ich schlaf noch und es ist alles nur ein Alptraum, leider war es das nicht. Die gesamte Frontscheibe war fast schwarz, an jedem Fenster saßen ca. 30 Mücken und die Decke war auch über und über voll mit Mücken!! Sie mussten wohl die Nacht durch den Motorraum reingekommen sein. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage es müssen wohl um die 100 gewesen sein. Das war nun wirklich die schlimmste Nacht unserer Neuseelandreise.
Schnell fuhren wir weiter nach Wanaka, wo außer Jonas Skydive, nichts weiter spannendes passierte.
Außer dem Wetter, was uns allmählich auf die Palme bringt, geht es uns also wie immer prima. Heute wurde Queenstown über den höchsten Highways Neuseelands erreicht. Man darf also gespannt sein.
-Bilder folgen-
3 Kommentare:
Grandioser Bericht, Anne! Die Mama muss weinen....KUSS
Toll Anne, an diese Nächte wirst du ein Leben lang denken!!!!!!!!
Wir wünschen dir noch weiter schöne Erlebnisse, damit wir etwas zum Lesen haben.
ich bin soo stolz auf dich :3 ich erinnere mich noch wie du vor drei jahren im filmcamp auf deinem bett rumgesprungen bist, beinahe geweint hast und mich zu all den bösen mücken deligiert hast um sie zur strecke zu bringen :D
:*
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