Montag, 14. Februar 2011

Kia Ora (Bro)!

So begrüßt man sich in der Sprache der Eingeborenen der Maori. Die meisten hängen gern noch ein „Bro“ dran, welches ab Abkürzung für Brother steht und im Deutschen soviel wie Bruder oder Kumpel bedeutet. Es kann allerdings auch Danke oder alles mögliche andere heißen. An solche und viele andere Wendungen der Neuseeländer gewöhnt man sich schnell. So wird (besonders bei Jonas) „Sweet/sweet as“, „Cheers“, „Choice“ neben “Bro” und “Kia Ora” langsam zur Alltagssprache und man wundert sich auch nicht mehr über kleine Seltsamkeiten, wie, dass wir für 3 Stunden parken auf einem 30 min. Parkplatz nur 15 Dollar (8 Euro) bezahlen müssen oder das Flecken in den Klamotten auch nach 5 mal waschen in der kalten Waschmaschine nicht rausgehen.

Nachdem nämlich das mit dem ersten Strafzettel und der ersten Wäsche in einem Waschsalon im wunderschönen Queenstown auch abgehakt war, kam gleich noch ein erstes Mal. Wir planten spontan (!) unsere Route um!! Das muss man sich mal vorstellen, wir durchorganisierten und durchgeplanten Deutschen entschieden uns auf einmal doch nicht gleich nach Oamaru zu fahren, sondern den auf dem Rückweg geplanten Abstecher zum Mount Cook auf jetzt zu verschieben. Richtige Entscheidung, denn das Wetter war grandios, blauer Himmel, Sonne, aber nicht zu warm, so ein perfektes Wetter hatte man wohl lange nicht mehr gesehen. Zumindest dort wo wir waren, war es perfekt, aber, und jetzt kommts: in Oamaru waren an diesem Tag 42°C (wie wir später erfuhren) und in Christchurch 38°C. Das üble ist nur, am nächsten Tag waren es in Christchurch 17°C!! Aber das ist Neuseeland, keine Ahnung, wie die Einwohner diesen ständigen Wechsel zwischen Sommer und Herbst überstehen, ich könnte das auf Dauer nicht.

Wir verbrachten den wunderschönen Tag also bei dem höchsten Berg des Landes, mit seinen 3755 m und dem schneebesetzten Gipfel wirklich beeindruckend. Um ihn herum befinden sich hunderte von Gletschern, berühmt davon ist z.B. der Tasman Glacier, welchen wir allerdings nur als graue Dreckspfütze kennen lernten. Durch Omarama ging es nach Oamaru zu unserem neuen Couchsurferhost René, über dessen zu Hause ich lieber kein Wort verlieren will. Er war nett. Mehr braucht man dazu nicht wissen.

Von da aus fuhren wir zu den Moeraki Boulders, ein berühmtes Fotomotiv, denn keiner weiß, wie runde Steine an den Strand und ins Meer kommen. Manche dieser Steine waren schon aufgeplatzt und im Inneren fand man wie Bernstein vor, sah nicht nur toll aus, fühlte sich auch toll an. Also meine Theorie: Irgendjemand hat die mal dahin gelegt. Oder Eier… wo allerdings die Riesentiere aus den aufgeplatzten Eiern sind, weiß keiner. Oder… Aliens. Wobei ich zum ersten tendiere. Normal ist das nicht.

Mit René fuhren wir zu einem abgelegenem Leuchtturm, wo wir auf die seltenste Pinguinart der Welt trafen: Die Yellow Eyed Penguins, Gelbaugenpinguine also. Am ersten wären wir beinahe vorbeigelaufen, zum Glück entdeckten wir ihn aber doch und waren kein Meter von diesen wunderbaren Wesen entfernt. Überall im Gras waren kleine Pinguinnester und am Strand trafen wir nicht nur Robben, die mittlerweile unser ständiger Begleiter sind, sondern auch 3 kleine Pinguine, die auf ihren Bäuchen lagen und einfach nur im Sand chillten. Einer brauchte eine halbe Stunde um einen Berg hochzuwatscheln. So was Süßes!! Man kann es sich ungefähr so vorstellen: Ein kleiner Großvater wackelt den Berg hoch, das beschreibt es wohl am ehesten. 10 cm vor dem Zaun, an welchem wir standen um nach unten zu schauen, blieb er stehen und schaute, was er jetzt machen sollte. Wir gingen ein Stück zurück und er rutschte auf dem Bauch unter dem Zaun durch und wackelte an uns vorbei. Er ließ sich wirklich gar nicht von uns stören. Ein Stück weiter an dem Cape mitten im Gras stand auf einmal auch ein Pinguinpärchen. Ich hätte nie gedacht, dass man diesen seltenen Tieren so nah kommen kann. Sie sind wirklich einfach nur superniedlich. Auf jeden Fall ein weiterer Höhepunkt der Reise.Wer mal einen Pinguin laufen sehen will, darf sich bitte dieses Video ansehen:

In dieser Nacht kam wieder etwas typisch Neuseeländisches: unser 50- jähriger Host lud sich 4 gleichaltrige Freunde ein und wir wurden gefragt, ob wir was dagegen haben, wenn sie ein wenig kiffen würden. Ich sag euch, nie kam ich mir erwachsener vor als in diesem Moment.

Am nächsten Morgen brachen wir auf nach Dunedin, eine Stadt, die größtenteils von Studenten lebt. Die Uni ist riesig und hat einen wunderschönen Campus. So war es nicht verwunderlich, dass unser nächster Couchsurfinghost ein Student war, ein Deutscher auch noch. Jörg kommt aus Kiel und studiert hier, bei ihm und seinen 3 Mitbewohnerinnen verbrachten wir drei Nächte. In Dunedin gibt es außerdem das zweit meist fotografierte Gebäude der Welt: Der Bahnhof (das meist fotografierte Gebäude ist das Opera House in Sydney). Ich fand ihn nicht ganz so spektakulär, dass ich hätte ein Foto von machen müssen. Von hier aus kommt man auch auf die Otago Peninsula, wo wir auf Albatrosse und die kleinste Pinguinart der Welt trafen, die Little Blues (die kleinen Blauen), grade mal 20-25cm groß und einfach nur niedlich! Außerdem steht in Dunedin DIE Schokoladenfabrik! Cadbury Chocolate! Leider gibt es diese in Deutschland nicht, aber ich sag euch, sie ist gut. Also machten wir eine Führung durch die Fabrik, welche sich schon wegen den kostenlosen Proben lohnte. Omnjomnjom. Die Shoppingmeile wurde ebenfalls als gut bis sehr gut befunden und im Museum nahmen wir an einem traditionellen Essen teil. Neben Flunder und Aal gab es auch Muscheln und Würmer (nein, ich habe sie nicht probiert). Heute wird noch die steilste bewohnte Straße der Welt hochgelaufen… unser Auto würde das glaube ich nicht schaffen. Ich sage euch… ich will hier nicht mehr weg! Das ist wirkliche eine perfekte Studentenstadt! Überall Party, Shopping, Entertainment und auch noch eine geniale Uni. Vielleicht sollt ich doch hier studieren?

Na mal sehen, ich glaube nicht, dass es mich hier hält. Jetzt geht es erstmal weiter nach Süden. „Der Sonne hinterher eyo was geht!!“

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Tach Kind, ich darf mal der Erste sein. Manche Leute sehen mit Mitte 40 schon so alt aus. Also gib Dir Mühe und alter nicht so schnell. Sieht nicht gut aus, dieses Bild. Die anderen Bilder sind dagegen Spitze, Herr Scholz wäre stolz auf Dich.

moeria aus port elizabeth hat gesagt…

ich finde, die suedafrikanischen pinguine laufen aehnlich. es sieht immer so geschaeftig aus, als muessten sie ganz schnell irgendwo hin, ganz busy!
suess.

anne hat gesagt…

danke papa:D ich geb mein bestes! so mag ich wirklich nicht unbedingt aussehen.
ja, maria. ich glaube pinguine sind auch immer unheimlich busy, james muss schließlich andere bewirten!

Omi Gi hat gesagt…

Na dann muss ich doch auch noch meinen Wochenendkommentar dazu geben.
Bitte kein Tier in den Rucksack stecken, könnte Probleme geben!
Alles Liebe aus dem wieder mal verschneiten Cottbus.