Und hier ist er wieder, einer der letzten Berichte meinerseits. Doch obwohl es nicht mehr viel Zeit ist, ist sie vollgepackt mit lauter guten Sachen, die das Leben schöner machen :-)
Dunedin verabschiedete uns mit der steilsten Straße der Welt, die Baldwin Street, welche wirklich, also wirklich steil war. Wir liefen sie natürlich hoch und bewunderten die Menschen, die dort oben ihr Haus stehen haben. Unser Auto hätte das nicht geschafft. Über den Tunnel Beach, wo sich in Steinen durch das Wasser wie eine Art Tunnel gebildet hat, fuhren wir weiter nach Owaka, mitten im Catlins Forest Reserve. Wunderschöne naturbelassene Wälder, von denen man in Neuseeland nicht viele findet, denn die meisten Wälder, welche mal ganz Neuseeland bedeckten, wurden abgeholzt und durch Städte oder in Reihe gepflanzte neue Bäume ersetzt. Als wir die ersten Bäume sahen, fühlte man sich ein bisschen wie in Jurassic Park hereinversetzt, alles sieht ein wenig aus wie in einem Land vor unserer Zeit. In Owaka, einem so kleinen Dorf wie Otane, fanden wir Unterkunft bei Freunden von unserem Couchsurfer in Oamaru, Jossie und Doug nahmen uns liebevoll in ihr großes Haus auf. Wir wurden nicht nur mit richtigen Betten, sondern auch mit leckerem Essen versorgt (Kumara Kartoffeln rocken!!).
Am nächsten Morgen gab es wieder ein erstes Mal, nämlich das erste Mal, dass wir einen Anhalter mitnahmen. Wie könnte es anders sein, war es ein Falco aus Berlin. Mit ihm erforschten wir die Cannibal Bay, wobei ich nicht weiß, wie dieser Name zustande kommt, und den berühmten Nugget Point, welcher durch einen wunderschönen Leuchtturm geziert wird. Außerdem entdeckten wir wieder eine für uns neue Tierart, denn an einer anderen Bucht fanden wir monströse Seelöwen am Strand. Wir mussten uns einfach hinsetzen und sie erstmal eine Stunde lang begaffen. Die Männchen sind wirklich überwältigend, faul, riesig und vor allem fett. Während die Weibchen noch relativ süß sind mit ihren 100-200 kg und den Robben sehr ähnlich sehen, sind die 300-500 kg des Männchens wirklich etwas beängstigend. Auch der Grund, weshalb man sie Seelöwen schimpft, war offensichtlich, denn die Mähne kommt der eines Löwen sehr nah.
Nachdem auch die Purakaunui Wasserfälle als schön befunden wurden, hieß es schon wieder "See you Owaka"
Erstmals gab es ein kleines Problem mit unserem Auto, wobei wir bis jetzt aber wirklich Glück hatten, da haben wir schon ganz andere Sachen von Backpackern gehört. Unser Reifen war platt… Nagel… schnell ausgewechselt... 40 Dollar und weiter ging die Fahrt, durch die Catlins Wälder zu schönen Buchten. Die Curio und die Purpoise Bay sind besonders wegen ihren Hector Delphinen bekannt, die kleinste und seltenste Delphinart der Welt. Leider sahen wir nur welche von weiten, aber auch das war schon nett genug. Die Nacht verbrachten wir dort mit Wind und Meeresrauschen in den Ohren.
Am nächsten Morgen wurden wir von Jonas mit einem „Guten Mooorgen“ geweckt. Nachdem mir der morgenmufflige Spruch „Halt die Fresse… wie spät ist es?“ (ich hatte nicht soo viel geschlafen…) über die Lippen kam, antwortete Jonas mit einem Lachen „Um 12!“. Krass… so spät waren wir noch nie aufgewacht! Trotz des späten Tagesbeginns sahen wir noch einige schöne Punkte an der Südküste. Der Slope Point ist der südlichste Punkt Neuseelands (ausgenommen von Stewart Island) und am Waipapa Point durften wir uns wieder über einen schönen Leuchtturm und eine beeindruckende Küste freuen.
Abends kamen wir dann in Invercargill an und es ist wirklich, entschuldigt mir meine Ausdrucksweise, der Arsch der Welt! Eine viel zu große und unschöne Stadt für gerade mal 50.000 Einwohner. Wenigstens hatten wir nette und interessante Couchsurfinghosts, denn wir schliefen für zwei Nächte bei drei Musik- und Filmstudentinnen, die ihr Essen gern durch „Dumpster diving“ besorgen (= Mülltonnentauchen, sprich Tauchen in die Mülltonne eines Supermarktes und Lebensmittel, die fast abgelaufen sind, mit nach Hause nehmen…). Wieso auch nicht, wenn man Student ist und kein Geld hat ;-)
In der südlichsten Stadt Bluff, welche auch nicht schön ist, hatten wir von dem Bluffhill einen wunderschönen Blick auf Invercargill und Umgebung und viel wichtiger auf Stewart Island. Denn, wenn man es genau nimmt, besteht Neuseeland ja nicht nur aus Nord- und Südinsel, sondern auch viele kleinere Inseln gehören dazu. Unter anderem die größte von ihnen, Stewart Island. Besonders beliebt ist sie, weil es hier von Kiwis nur so wimmelt, also den Tieren. Viele gibt es ja leider nicht mehr, aber dort ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch welche anzutreffen, da es dort sogar tagaktive Kiwis gibt. Leider ist uns die Fähre ein wenig zu teuer und außerdem rennt die Zeit nur so.
Es sind nur noch knapp zwei Wochen bis ich wieder zu Hause bin. Doch auch diese zwei Wochen sind noch vollgepackt mit weiteren Erlebnissen. Heute fahren wir zu einer anderen Familie, um dort noch ein paar Nächte zu verbringen und dann geht es schon nach Te Anau, um den lang geplanten und überteuerten „Schönsten Wanderweg der Welt“ zu laufen. Denn Jonas und ich haben den Milford Track schon im September buchen müssen, um einen Platz für Februar zu bekommen. Man sieht, er ist beliebt, weswegen die Preise auch übertrieben hoch sind, kleines Beispiel: Eine Hut für eine Nacht ohne Strom und Dusche kostet 50$, dafür könnte man sich fast schon ein Hotel leisten! Aber, wir sind hier, muss man ja gemacht haben. Also werden wir vier Tage in einem der regenreichsten Gebiete der Welt, denn hier regnet es fast jeden Tag im Jahr, verbringen. Außerdem wimmelt es dort von Sandflies. Manche könnten sich jetzt fragen… Sandflies, völlig überteuert, nur Regen, wieso tut ihr euch das an?? Tja… einfach, weil wirs können!
Nach den vier Tagen geht es wieder zurück nach Christchurch, wo wohl auch mein nächster Bericht geschrieben wird. Am 5.3. um 5.40 Uhr verlass ich dann Christchurch, fliege nach Auckland, um dann gegen 12 Uhr Neuseeland Tschüss sagen zu müssen, dafür aber Sydney noch 3 Tage genießen darf. Das wird schön!
Bilder folgen wieder etwas später, leider gibt das McDonalds Internet nicht so viel her...Geduld also.
Bis bald, nicht mehr lange und ihr seid meine langen Reiseberichte los ;-)
eure Anne
2 Kommentare:
Dann überlege mal schon, was du von Dresden aus berichtest..........
Wir haben uns so an die "Morgenlektüre" gewöhnt.
Wir wünschen dir noch viel Spaß!
Inge aus Plossig hat gesagt:
Bleib bloss noch ne Weile,deine Berichte sind sooo schön spannend.
Na gut, fahr mal nach Hause, lass dich vom Papa nerven und such dir ein neues beeindruckendes Ziel.Hihi. Wir geben fürs Nächste auch einen Fuffi dazu.
Wünsche dir für den Endspurt noch gaaanz viel Spass und tolle Erlebnisse. Liebe Grüsse Inge
Kommentar veröffentlichen