Dienstag, 4. Januar 2011

Auf dem Weg den Ring zu vernichten...

Hallo ihr Lieben,

bevor ich anfange von den letzten sehr spannenden Tagen zu berichten, wünsche ich euch erstmal ein frohes neues Jahr! Es kann nur besser werden, schließlich bin ich ja bald wieder da ;)

Nachdem wir am 27. Dezember (man, ist das schon lange her...) auf noch einer Barbeque Christmas Party waren und nun endgültig dem Essen entsagten, ging es für uns am Morgen des 28. auf zum Tongariro National Park, wo wir geplant hatten den sogenannten "Northern Circuit", eine Viertageswanderung, zu starten. Jedoch haben wir erneut eine wichtige Lektion gelernt: Mache nie Pläne in Neuseeland!! Angekommen in Whakapapa hieß es nämlich, nichts da. Für den nächsten Tag war ein Unwetter vorausgesagt (welches auch wirklich eintraf) und eine Wanderung durch Vulkanland wurde für diesen Tag als fast schon lebensgefährlich eingestuft. Also, Planänderung. Wir verschoben unseren Walk auf 2 Tage später und machten uns auf den Weg zu der Exfrau von Chizels Bruder Ann, die in Taumarunui, nicht weit entfernt von Whakapapa, mit ihrem 21-jährigem Sohn Sam lebt. Sie gaben uns für zwei Nächte Unterkunft, Essen, einen Whirlpool und auch allerlei Spaß.

Nach ordentlichem Gammeln, war das Wetter wieder auf unserer Seite, wir konnten also endlich die Weihnachtspfunde abwandern! Mit ca. 15 kg (gefühlten 30 kg) starteten wir die Wanderung Richtung erste Berghütte bzw. Campingplatz. Nach 3,5 Stunden Wanderung durch eine atemberaubende Landschaft mit dem Mt. Ngauruhoe (2300 m) vor uns und dem Mt. Ruapehu (2800 m- der höchste Berg der Nordinsel) hinter uns (beide wurden zusammengeschnitten um den Schicksalsberg in "Der Herr der Ringe" darzustellen). Beide Vulkane sind noch aktiv, was die ganze Sache noch interessanter macht, wie ich finde. Schlafen sollten wir die Nacht nach einem wunderschönen Sonnenuntergang und einer Gesprächsrunde mit zwei Israelis, zwei Deutschen und zwei Niederländern, auf einem Campingplatz in einem Zelt bei gefühlten -10°C.

Der nächste Tag wurde jedoch wieder heiß. Das Wetter sollte auch die nächsten Tage so bleiben, anscheinend hatte es ein schlechtes Gewissen oder so. Jonas startete eher, denn er wollte den Mt. Ngauruhoe, ach nennen wir ihn einfach Schicksalsberg, erklimmen. Heute stand uns der härteste Part des Walks bevor, 5,5h für ca. 15 km waren ausgeschrieben, größtenteils steil hoch. Wir brauchten ein wenig länger, aber natürlich nur, weil wir die Aussicht auf den Schicksalsberg, die Wüste (Mordor) und den noch vorhandenen Schnee bewundern wollten. Auch die Schwefelseen waren einfach großartig anzusehen. Die Anstrengung lohnt sich immer, das war Jonas Motto und er sollte bis zum Ende Recht behalten. Am Abend in der Hütte trafen wir wieder auf nette Leute, die komischerweise Champagner, Whiskey und 3l Weißwein im Plastikbeutel dabei hatten, wieso auch nicht.

Der dritte und vorletzte Tag brach wieder mit Hitze an und hörte auch nicht anders auf. So quälten wir uns mehr oder weniger durch die Wüste und wieder gab es eine Belohnung. Ein Bild, so schön, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe! Wir saßen ungefähr eine halbe Stunde einfach nur auf einem Berg und begafften Mt Ruapehu, sein Schnee, seine Täler und Berge davor, die ganze Landschaft- einfach umwerfend! Die Nacht wurde in einer wahren Luxushütte verbracht, da nämlich der Campingplatz angeblich voll war, mussten wir in die Hütte umziehen. Aber wieso eigentlich kein Luxus, schließlich ist ja Silvester. Die Hütte stellte sich als Treffpunkt für Deutsche heraus und anscheinend besonders beliebt bei Dresdnern. Leider hielten wir nicht bis Mitternacht durch, sondern sind um 23 Uhr nach einer Besichtigung der Milchstraße am Himmel, nur noch ins Bett gefallen. War auch im Nachhinein nicht so schlimm, denn es war nichts los in der Hütte.

Der letzte Tag beginnt. Kein Bock mehr. Alles tut weh. Riesengroße Blasen machen sich an den Füßen immer breiter und der Rücken schmerzt. Außerdem will man nach 3 Tagen wandern doch mal wieder eine Dusche haben. Das war dann auch die Motivation die letzten 5 Stunden überhaupt anzutreten. Wieder ging es hoch und runter und hoch und hoch und hoch, aber irgendwann kamen wir endlich an. Zum Glück, wurde ja auch Zeit.

Es war eine lange und harte Reise, 44 km insgesamt, aber wirklich lohnenswert. Eine Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst und Bilder, wie man sie nicht mehr aus den Kopf bekommt.

Und wieder verbrachten wir die Nacht in Taumarunui bei Ann und Sam. Früh wurden wir auch noch auf eine Jetboot Tour mitgenommen, mit Sams selber gebasteltem Jetboot. In der Nachmittagshitze brachen wir dann auf, um unsren Weg nach New Plymouth an der Westküste Richtung nächsten Vulkan zu machen, den berühmten Mt. Taranaki/Mt. Egmont. Dieser Vulkan ist besonders dadurch gekennzeicht, dass um ihn rum nichts ist. Einfach flaches Land und dann dieser 2500m hoher Vulkan. Schade, dass wir schon zu spät kamen, denn vom sonst so vielen Schnee war nicht mehr so viel zu sehen. Dafür sahen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang am Strand, mit schwarzen Sand, das ist doch auch was schönes.
Straffer Zeitplan. Am nächsten Tag ging es weiter in die Hauptstadt Wellington, denn schließlich müssen wir ja die Fähre auf die Südinsel am 6. Januar bekommen. Hier sitz ich jetzt auch und Wellington ist wunderschön! Hier würd ich am liebsten noch ewig blieben. Es ist zwar seltsam nach 3 Monaten mal wieder in einer Großstadt zu sein, aber ein wirklich geiles Gefühl! So viele Geschäfte, so viele Menschen... ich bin halt doch ein Stadtkind. Wellington liegt am Hafen und viele Häuser breiten sich über die vielen Hügel in der Umgebung aus, mit den Hochhäusern im Vordergrund eine wirklich schöne Skyline. Heute waren wir im Te Papa Museum, ein kostenloses Museum, so groß, dass man Tage drin verbringen könnte. Am beeindruckensten war wohl das 24m lange Blauwalskelett. Morgen werden wir in eine Herr der Ringe Ausstellung gehen, dann Julia Wangemann abholen und dann gemeinsam mit ihr feiern gehen, damit wir die Nacht für die Fähre durchstehen.

Jetzt seid ihr erstmal wieder auf dem neusten Stand. Ich hoffe, dass ich auch ein bisschen Internet auf der Südinsel finde. Bis dahin, lasst es euch gut gehen und denkt an mich :)

Die Bilder sprechen Bände:

Taumarunui im Whirlpool mit Carl in der Mitte und Sam rechts

om njom njom Instantnudeln...jeden Tag

wir drei Wandermäuse, im Hintergrund der Schicksalsberg (Mama, ich seh aus wie du!!! nich, dass das schlimm wär;) )

Wanderoutfit mit Mt. Ruapehu (man muss sich ja vor der Sonne schützen)

die erste Hütte

auf dem Weg den Ring zu vernichten

ganz netter Sonnenuntergang, damit wird man hier sowieso verwöhnt

der Weg zum Schicksalsberg, Geröll- geil

roter Krater

Schwefelseen

Schwefelsee, Schicksalsberg und Mt Ruapehu, was für ein Bild...

Mordor



Mt. Ruapehu





die letzte Luxushütte

besser als gar kein Wasser ;)

Jetboottour mit Sam

New Plymouth


Mt. Egmont

Wellington

auch wir hatten das Glück die partielle Sonnenfinsternis zu beobachten, ein Wahnsinnsbild!

Skyline Wellington

4 Kommentare:

jana hat gesagt…

hey meine süße
wenn ich mri deine erzählungen so durchlese und deine bilder ansehe werde ich neidisch was du alles erlebst wärend ich nur hier in london rumgammel ohne wirklich etwas zu tun D:
ich freu mich aber riesig das du sowas tolles erlebst wovon du später noch meinen enkeln erzählen kannst ;)
:*

Oma Gi und Opa Gü hat gesagt…

Auch wir wünschen dir ein erlebnisreiches neues Jahr.
Weiterhin viel Erfolg bei euern "Wanderungen".
Viele Grüße aus Cottbus

Anonym hat gesagt…

Hallo Maus, welch poetische Worte fließen da in deine Tasten...>tstst -->sehr schön, sagt die Mama, die aussieht wie du oder umgekehrt;)) Nur: dir fehlt mein Hut:))
Viel Spaß noch in Wellington und auf der Südinsel und dann hoff ich, dass wir bald mal wieder telefonieren können. Kuss Mama und natürlich Leah und Papa

Anonym hat gesagt…

Vor ein paar Wochen bist Du aus deinem Zimmer nicht rausgekommen und jetzt biste ein Globetrotter.
Tolle Fotos, tolle Storys und Sachen, die deine Alten nie sehen werden.
Viel Spaß noch und ich grüße alle Leser, von Plossig über CB und ganz lieb die Maria, ich hoffe auf einen Einstand, den Ausstand haben wir ja verpassen müssen. Der BTTorsten