Angefangen hat es wohl an unserem letzten Arbeitstag. Wir waren wirklich nach 3 Wochen Arbeit ziemlich verbittert und wollten es einfach nur noch hinter uns bringen. Denn so langsam gingen uns nicht nur die Äpfel, sondern auch der Chef gehörig auf den Keks. Nachdem es an einem Tag hieß „für die Bäume bekommt ihr 3,60$ pro Baum“ und am nächsten Tag hieß es dann „ihr wart zu schnell, das können wir euch nicht bezahlen, ihr bekommt nur 2,80$ pro Baum“, hat es uns dann wirklich ziemlich gereicht. Ich war so frustriert, dass ich den Baumrekord geknackt habe und 46 Bäume innerhalb 8 Stunden gemacht hab. Wir konnten also gar nicht mehr auf den letzten Tag warten.
Letzter Tag, wir stehen auf- strömender Regen. Ich schlaf gleich mal weiter, schließlich wurde uns doch gesagt bei Regen gibt es keine Arbeit. Jonas ruft, vorbildlich wie er ist, an und 20 Minuten später befinden wir uns wieder zwischen Apfelbäumen. Zum Glück zum letzten Mal, nur leider hörte der Regen gar nicht mehr auf. Doof. Klitschnass und frustriert wurde also auch das Thema Arbeit endgültig abgehakt, denn das Geld reicht hoffentlich bis zum Ende der Reise, welches im Übrigen schon verfrüht Anfang März sein wird (9.3.2011 5.15 Uhr bin ich wieder auf deutschem Boden).
Ab da hieß es eine Woche frei- YES! Erstmal entspannen, schließlich musste sich der Rücken und die mittlerweile schwarzen Arbeitshände wieder auskurieren. Weiterhin hieß es: Sushi selber machen, Radtour in die 9 km entfernte Stadt (übrigens ein richtiger Schock für die Neuseeländer „was soo weit? Und auch wieder zurück?? Alles mit dem Rad??“- man sieht, Rad fahren ist nicht so beliebt hier), Weihnachtsgeschenke für die Familie kaufen, erfolgreiches Mitternachtsshopping in Hastings, Marie aus Hastings abholen, in einem original neuseeländischen Pub Bier trinken mit Chizel, Abendessen mit deutschen Apfelstrudel bei den Nachbarn Pamela und David (für die wir auch schon mal einen Tag gewwooft hatten) und natürlich ununterbrochen Weihnachtsvorbereitungen treffen. Denn natürlich wollten wir ein ordentliches deutsches Weihnachten am sogenannten „Christmas Eve“ also am 24.12.
In Neuseeland werden, wie in vielen anderen Ländern, Geschenke erst am 25.12. am „Christmas Day“ in die Socken gepackt und am Frühstückstisch schließlich wieder entpackt. Das heißt: Deutsches Weihnachten am 24.12. für uns und Kiwi Weihnachten am 25.12.!
Einen Tag vor Weihnachten haben Marie und ich vorbildlich Plätzchen gebacken und verziert und haben noch letzte Einkäufe für unseren sächsischen Kartoffelsalat betätigt. Die Tweediefamilie versuchte alles um uns ein richtig schönes deutsches Weihnachten zu bescheren und hat ganz klassisch fast (!) deutsche Bratwürste und fast (!) deutsches Schwarzbrot besorgt, die prima zum Kartoffelsalat passen sollten.
Am Morgen des 24. hieß es also: Weihnachtsmannmützen auf und alle gemeinsam am Tisch zum Frühstück in der Sonne einfinden. Danach gab es einen kleinen Ausflug zum Fluss, wo fröhlich gebadet und trotz des starken Sturms die Sonne genossen wurde. Abends war es dann soweit- der Barbecuegrill wird endlich angeschmissen! Pamela und David wurden natürlich auch eingeladen, schließlich sollten möglichst viele Leute von einem deutschen Weihnachtsfest überzeugt werden. Nach einem kleinen Vorgeschmack mit echtem Auckland Stollen, der dem deutschen Stollen überraschend ähnlich geschmeckt hat, ging es über zum Dinner. Halt, eins noch, richtig, Geschenke. Maree hatte sich wirklich viel Mühe gemacht und für uns kleine Pakete gepackt mit allerlei Neuseelandkram drin. Von Kiwihandyanhängern über Maoriketten und Neuseelandmützen bis hin zu Kiwiweihnachtsbaumschmuck und natürlich Schokolade! Von allem war etwas dabei, einfach Wahnsinn diese Frau (ich will hier nicht mehr weg!). Unser klassisches Weihnachtsdinner wurde gut mit dänischem Carlsberg runtergespült und alle freuten sich, als unser Versuch Sangria zu erhitzen um Glühwein herzustellen, gelang. Chizel genoss sein Weihnachtsgeschenk besonders, für ihn gab es ein gutes Krombacher (übrigens in 0,66er Flaschen und runtergesetzt von ca. 2,50€ auf 1,80€- die Flasche!). Feuchtfröhlich endete der Abend und vollgestopft mit jeglicher Art von deutschem Essen gingen alle ins Bettchen, denn morgen war ja erst das „richtige“ Weihnachten. FULL AS!
Die Beschreibung des Kiwi Christmas folgt morgen. Denn in wenigen Minuten geht es los- das Fressfest!
Bis dahin lass ich euch mit diesen wunderbaren Bildern allein.
| beim Plätzchen backen |
| Frühstück in der Sonne |
| baden gehen an Weihnachten?! |
| mit Chizel im Fluss |
| Kartoffelsalat, Bratwürste und Schwarzbrot:) |
| Nachtisch |
| Anstoßen mit "Glühwein" |
| meine Katie |
| Dinner |
| ein einfach unbeschreibliches Fest! |
Ich wünsche euch auch ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest, mit viel Essen, Geschenken und vor allem Entspannung!
Ich denk an euch :)
Ich denk an euch :)
3 Kommentare:
Wir wünschen dir schöne sonnige Weihnachten aus Plossig. Genieße es denn so etwas wirst du in Deutschland nie am 25.12. erleben.
Liebe Grüße und viiiel Spaß für die neue Etappe.
Liebe Anne,
ich ahnte doch, dass heute eine Nachricht kommt.
Da bin ich aber froh, dass im nächsten Jahr nicht der Kofferraum voll aus Cottbus geliefert werden braucht.
Denn dann essen wir ja deine gezauberten Gerichte.
Wir "ersticken" wieder einmal im Schnee!!!!!!!!
Liebe Grüße aus Cottbus
das klingt echt toll :) bei mir wars auch nur ein riesen fressfest :D
:*
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